Mai 2013


 
Ausstellung "Silent Poems" noch bis 16. Juni

Leibertingen Die von Dr. Ferdinand Messner am 12. Mai eröffnete Ausstellung „Silent Poems“ mit Werken von Gabi Streile, Robert Thiele und Werner Schmidt ist noch bis 16. Juni 2013, jeweils freitags von 13 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr sowie an den Sonntagen 2. und 16. Juni von 11 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung in der Galerie Wohlhüter zu sehen.

Die Bilder von Gabi Streile, die 1950 in Karlsruhe geboren wurde und an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe u.a. bei Klaus Arnold und Peter Dreher studierte, werden von der Künstlerin explizit als „Landschaften“ benannt und wecken gegenständliche Assoziationen. Wie bei traditioneller Landschaftsmalerei entsteht eine imaginäre Tiefenwirkung durch Andeutung einer Horizontlinie, die damit verbundene Trennung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund sowie die eingefangenen atmosphärischen Stimmungen. Gabi Streile kommt es jedoch nicht auf die möglichst genaue Wiedergabe eines realen Landschaftsausschnitts an. Ihre Landschaften sind weniger ge- als erfunden, ihre Werke sind nicht primär Abbild von etwas anderem, sondern Bilder, die im Kopf entstehen und wie abstrakte Malerei für sich selbst Bestand haben und wahrgenommen werden sollen. Sie sind zuallererst reine Malerei, die zwar nicht ganz auf Motiv und Inhalt verzichtet, diese aber in Farbe, autonomer Form und plastischen Pinselstrichen bis an die Grenze ihrer Erkennbarkeit auflöst. Die skulpturale Qualität der gestischen Strukturen aus Ölfarbe lässt uns den Entstehungsprozess der Werke nachvollziehen und ergänzt zudem die bloß fiktive Räumlichkeit durch einen realen Raumbezug.

Robert Thiele, geboren 1941 in Milwaukee, Wisconsin/USA, studierte Bildhauerei und Malerei an der Kent State University, Kent, Ohio mit den Abschlüssen B.F.A. und M.F.A. Der ehemalige Profifootballspieler und Modell Duane Hansons, der in New York und Miami lebt, erstellt in seinem Atelier unter der New Yorker Manhattanbridge neben großformatigen plastischen Leinwandbildern vor allem kleine Reliefs aus unterschiedlichsten Materialien wie Holz, Gips, Beton, Zinn, Acrylglas, Leinwand, Seide, Harz und Eisen. Diese plastischen Objekte haben neben ihrer aus der Wand herauswachsenden Dreidimensionalität auch eine verwirrende Nähe zum Tafelbild und scheinen gleichsam einen Dialog miteinander zu führen.

Werner Schmidt, der 1953 in Oppenau/Schwarzwald geboren wurde und an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim u.a. bei Hans Baschang und Jürgen Brodwolf studierte, hat das Malerhandwerk von Grund auf gelernt, sich als Künstler von dessen Pragmatismus aber ebenso weit entfernt wie vom Designgrundsatz, dass die Form immer der Funktion zu folgen hat. Bei seinen Bildern steht unverkennbar die Farbe im Vordergrund. Diese wird von ihm in zahlreichen Schichten Nass in Nass und mit schwingenden Bewegungen, an denen der ganze Körper beteiligt ist, auf den Bildgrund aufgetragen. Der Prozess des Übermalens, welcher der literarischen Methode des Überschreibens entspricht, dauert dabei genau so lange, bis der Künstler mit einer momentanen Bilderscheinung zufrieden ist, oder genauer: bis das Bild ihm sagt, dass er aufhören soll zu malen. Er nimmt sich also nicht etwa vor, ein rotes, gelbes oder graues Bild zu malen. Vielmehr ist das fertige Bild Ergebnis eines Zwiegesprächs zwischen Bild und Künstler - mit offenem Ausgang und der Möglichkeit des Scheiterns. Schmidts Bilder sind auch keineswegs monochrom. Vielmehr ergibt sich eine fiktive und zugleich tatsächliche Räumlichkeit als Folge der Überlagerung, Durchdringung und Transparenz der Farbschichten, wobei insbesondere am Bildrand frühe Schichten stehen bleiben, sodass der Arbeitsprozess für uns nachvollziehbar ist und sich uns bei intensiver Betrachtung immer wieder neue Interpretationsmöglichkeiten erschließen. Neben rein abstrakten Farbeindrücken sind dies aufgrund der horizontalen Ausrichtung von Bildformat und Farbverlauf insbesondere Visionen von Landschaft und Natur wie etwa Wolken oder Wellen.

Abbildungen:
Robert Thiele: Ausstellungsansicht Galerie Wohlhüter
Gabi Streile: Ein weites Feld, 2013
Werner Schmidt: Dunst am Strand, 2009
Fotos: dr-messner.de



 
Galerie Wohlhüter auf der 13. Art Bodensee Dornbirn

Leibertingen/Dornbirn Parallel zu ihrer Sommersaustellung mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern der Galerie und Gästen (30.6.-28.7.2013) ist die Galerie Wohlhüter auch in diesem Jahr vom 12. bis 14. Juli wieder auf der 13. Art Bodensee in Dornbirn vertreten und zeigt dabei Werke von Felix Droese, Markus F. Strieder, Rudolf Wachter und Sati Zech. Die Kunstmesse findet auf dem Messeplatz 1, A-6854 Dornbirn (Österreich/Vorarlberg) statt und ist Freitag und Samstag von 13 bis 19 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

In diesem Sommer bietet die Art Bodensee eine interessante Mischung aus unterschiedlichen künstlerischen Positionen sowie ein breites Angebot für anspruchsvolle Sammler. Neben namhaften Galerien aus der Bodenseeregion zeigen Galerien aus ganz Europa Arbeiten von renommierten Künstlern sowie Geheimtipps der nationalen und internationalen Kunstszene. Darüber hinaus bietet eine eigens konzipierte Sonderausstellung in der Halle 14 Einblicke in die Sammlungen von acht renommierten Museen der Bodenseeregion. Unter dem Titel „Gesammelt: die Art Bodensee Collection im Dialog” setzen die Kuratoren von Kunsthaus Bregenz, Vorarlberg Museum, Kunstmuseum Liechtenstein, Kunstmuseum St. Gallen, Otten Kunstraum, Museum Liner, Bündner Kunstmuseum Chur und Zeppelin Museum Exponate aus dem eigenen Haus in Beziehung zu ausgesuchten Werken aus der Sammlung der Art Bodensee.

Abbildungen:
Markus F. Strieder / Sati Zech: Ausstellungsansicht Städt. Galerie Sigmaringen
Felix Droese: Ausstellungsansicht Galerie Wohlhüter
Rudolf Wachter: Ausstellungsansicht Galerie Wohlhüter
Fotos: dr-messner.de