Mai 2012


Vernissage der Ausstellung von Hannes Forster, Johannes Pfeiffer und Rolf Wicker am 20. Mai

Leibertingen Die Galerie Werner Wohlhüter eröffnet am Sonntag, 20. Mai 2012 um 11 bis 16 Uhr eine außergewöhnliche Ausstellung dreier Künstler, die raum- und architekturbezogen arbeiten. Neben Objekten werden daher auch Rauminstallationen zu sehen sein. Der Kunst- und Kulturpublizist Dr. Herbert Köhler spricht dazu um 11:30 Uhr. Die Künstler sind anwesend. Zu sehen ist die Ausstellung bis 17. Juni 2012, freitags 13-18 Uhr, samstags 10-13 Uhr sowie an den Sonntagen 3. und 17. Juni 11-16 Uhr und nach Vereinbarung.

Hannes Forster wurde 1955 in Tuttlingen geboren. Er studierte an der Hochschule der Künste Berlin und lebt in Mochlitz/Niederlausitz. Seine Arbeiten beschäftigen sich mit Phänomenen von Architekturen. Sie beziehen sich auf diese und sind nur in Verbindung mit der jeweiligen Architektur sinnvoll. So steht eine Arbeit immer im Kontext mit vorher Gebautem: entweder in geschichtlicher Form (Serie der Arbeiten zur Zeit), mit direkt räumlichem Bezug bzw. in Verbindung zur Architektur oder als Gegenstück zum Gebauten wie zum Beispiel als Konterkarierung von so genannten architektonischen Restflächen. Wie die Inhalte so sind dabei auch die Materialien eigentliche Baustoffe. Sie reichen von losem Sand über gemauerte Steine bis zu Klebe-Pseudo-Plastikklinkern und werden immer für die Situation passend ausgesucht. Die auf diese Weise entstehenden Arbeiten sind also keine solitären Werke, sondern bilden stets eine Einheit mit dem zu bespielenden Ort.

Johannes Pfeiffer wurde 1954 in Ulm geboren. Er studierte Bildhauerei an der Accademia delle Belle Arti di Roma / Carrara und lebt in Lanzo Torinese. Der Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit liegt im Bereich der Rauminstallationen und Landart-Projekte. Dabei beschäftigt er sich insbesondere mit dem labilen Gleichgewicht der Dinge. Indem er davon ausgeht, dass nicht Alles so ist, wie es den Anschein hat, beinhaltet seine künstlerische Arbeit Versuche, Gerades schräg zu machen und das Prekäre im Leben hervorzuheben. Weil die Dinge immer noch eine andere Bedeutung haben als die offensichtlich wahrnehmbare, ist Pfeiffer den nicht offensichtlichen Dingen auf der Spur und versucht, diesen einen künstlerischen Ausdruck zu geben. Dafür benötigt der Künstler Zugang zu unbewusstem Wissen, eine Sprache bzw. ein Mittel sich auszudrücken, und er muss in der Lage sein, dem im unbewussten Wissen Erfahrenen eine Form zu geben bzw. es darzustellen.

Rolf Wicker wurde 1965 in Ravensburg geboren. Er studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. In diesem Jahr ist er für den Kunstpreis der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe für Bildende Kunst in Mecklenburg-Vorpommern nominiert. Er lebt in Berlin und Küsserow. Wickers Arbeiten haben architektonischen Charakter und sind für den öffentlichen Raum prädestiniert, indem sie keine freien Erfindungen sind, sondern auf bereits vorhandene Architektur und architektonische Grundformen Bezug nehmen, diese aufgreifen, analysieren und zugleich dekonstruieren; an die Stelle gewohnt funktionaler Architektur und in Beziehung zu dieser tritt so ein autonomes Kunstwerk im öffentlichen Raum, das diesen verändert und als begehbare Skulptur die Grunddimensionen von Architektur ebenso wie von Skulptur neu erfahrbar macht, wobei die Zeitweiligkeit dieser gebauten architektonischen Gebilde ihre Zweckfreiheit noch unterstreicht.

Abbildungen:
Hannes Forster: Dünenlandschaft, 2008
Johannes Pfeiffer: Gezeitenwende, 2003
Rolf Wicker: Margat_5, 2011



Ausstellung "Stadt-Land-Fluss" noch bis 10. Juni in Sigmaringen

Leibertingen / Sigmaringen Die Gesellschaft für Kunst und Kultur Sigmaringen e.V. zeigt noch bis zum 10. Juni 2012 in der Alten Schule Sigmaringen, Schulhof 4, die von uns kuratierte Ausstellung „Stadt - Land - Fluss“ mit Werken von Jörg Bach, Werner Schmidt und Gabi Streile. Die Ausstellung ist jeweils mittwochs, samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Jörg Bach wurde 1964 in Wolgast geboren und studierte nach einem Praktikum bei Bildhauer Roland Martin Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Er ist Mitglied im Baden-Württembergischen Künstlerbund und in der Neuen Gruppe München sowie durch zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland und Kunst im Öffentlichen Raum bekannt. Seine teilweise bemalten Stahlskulpturen zeichnen sich vor allem durch Bewegung und Dynamik aus, weshalb sie nicht statisch, sondern im „Fluss“ zu sein scheinen.

Werner Schmidt wurde 1953 in Oppenau geboren und studierte an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim. Neben der Galerie Wohlhüter wird er auch von der Howard Scott Gallery New York und der Galerie Tammen Berlin vertreten. Bei seinen großformatigen abstrakten Bildern dominiert vor allem die Farbe, welche der Künstler unter Einsatz seines ganzen Körpers in zahlreichen Schichten auf die Bildfläche aufträgt, sodass sich eine äußerst intensive und immer wieder wechselnde Farbwirkung ergibt. Andererseits können seine Bilder aber auch als Wolkenformationen über einer „Stadt“ gesehen werden.

Gabi Streile wurde 1950 in Karlsruhe geboren und studierte an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Sie ist Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg und in der Münchner Secession. Bei ihren Bildern handelt es sich unverkennbar um „Land“schaften, bei denen jedoch nicht die Abbildung einer bestimmten Landschaft, sondern gestische Malerei und expressiver Pinselstrich bis hin zur weitgehenden Auflösung des Motivs im Vordergrund stehen.

Die drei von der Galerie Wohlhüter ausgewählten künstlerischen Positionen weisen hinsichtlich ihrer Konzentration auf Farbe, Form und Raum Gemeinsamkeiten auf. Gleichzeitig sind sie unterschiedlich und ganz eigenständig und ergänzen sich gerade deshalb zu einem harmonischen Gesamteindruck: Jörg Bachs große Bodenskulpturen und seine kleineren, auf Sockeln platzierten Skulpturen treten in Wechselwirkung mit den Farben und dynamischen Strukturen der Bilder wie auch zur historischen Innenarchitektur.

Abbildungen:
Ausstellungsansichten